Berufsorientierung: Weniger Wissen ist mehr

Lehrer, Betriebe, Eltern, Internet – du wirst von allen Seiten mit Informationen zum Thema Berufsorientierung bombardiert? Finde zu deiner inneren Mitte, um zu spüren, was du wirklich willst.

Schule

Ich besuchte nie ein Berufsinformationszentrum, ich machte nie einen Berufsinteressenstest. In meiner Schulzeit gab es keine Azubi-Speed-Datings, keine Ausbildungsmessen, kein Bewerbertraining, kein Girls´ und Boys´ Day, keine Potenzialanalysen. Meine Lehrer waren der Überzeugung, dass wir all diese Dinge nicht brauchen, da wir auf ein Gymnasium gehen. Schließlich gehen wir ALLE danach sowieso studieren. Damals dachte ich: „Ja ne, ist klar. Weltfremd? Nein, Lehrer doch nicht!“

Eltern

Mein Vater hatte den Wunsch, dass ich Beamtin im gehobenen Dienst werde. „Nein, ganz bestimmt nicht!“, dachte ich mir. Weitestgehend vertrauten mir meine Eltern jedoch und ließen mich einfach machen – dafür bin ich sehr dankbar!

Ich

Die Uni kam für mich nach dem Abitur nicht in Frage. Vom Klassenzimmer in den Hörsaal zu gehen, war für mich eine Horrorvorstellung. Ich wollte endlich „raus“ und das „wahre“ Leben kennenlernen, erfahren, „was die Welt im innersten zusammenhält“. Mein Wunsch war, es eine Ausbildung zu machen, mit der ich flexibel bin und mich danach in verschiedene Richtungen weiterentwickeln kann. Eine Ausbildung, die mich nicht auf eine bestimmte Branche festlegt. Die größte Gemeinsamkeit aller Unternehmen dieser Welt ist die Betriebswirtschaft. Mir war daher klar, ein kaufmännischer Beruf muss es sein. Damit konnte ich später alles machen. Ich hatte keine glühende Leidenschaft dafür. Es war nicht mein “Traumberuf“. Ich hatte damals keine Träume oder einen „Traumberuf“. Ich hatte Interesse und brannte darauf das Leben und mich selbst zu entdecken! Meinen Weg zu finden und zu gehen, das war und ist meine Leidenschaft!

Die Entscheidung

Ich wusste, es ist keine lebenswichtige Entscheidung für mich. Ich wusste, ich bin am Anfang einer langen Reise und die Ausbildung ist nur eine Station in meinem Leben.
Ich dachte nicht weiter darüber nach, ich machte keine Pro und Contra Liste. Es fühlte sich richtig an. Ich vertraute darauf, dass alles, was sich richtig anfühlt, richtig für mich ist. Daran glaube ich noch heute.
Rückblickend bin ich dankbar für die wenigen Informationen und Anlaufstellen. Manchmal glaube ich, je mehr Informationen ich bekommen hätte, desto unsicherer und verwirrter wäre ich vielleicht geworden. Die Ruhe hat mir geholfen zu spüren, was ich will und dass dann einfach zu tun.

Jetzt bist du dran!

Wie hast du zu deiner Entscheidung gefunden? Wer oder was hat dich dabei unterstützt? Oder steckst du vielleicht noch mittendrin? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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